Im Rhythmus der Organe
Der Magen verdaut mehr als nur Nahrung.
Nach dem Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin verarbeitet er nicht nur das, was wir essen, sondern auch Gedanken, Gefühle und die Eindrücke des Alltags. Tag für Tag leistet er Erstaunliches. Oft verlangen wir ihm jedoch mehr ab, als ihm guttut.
Wir können den Magen unterstützen, indem wir uns Zeit für unsere Mahlzeiten nehmen, gründlich kauen und bewusst essen. Besonders wohltuend sind warme Speisen und eine entspannte Atmosphäre. Gemeinsame Mahlzeiten, gute Gespräche und ein harmonisches Miteinander nähren nicht nur den Körper, sondern auch das Wohlbefinden. Streit oder Hektik hingegen können uns sprichwörtlich «auf den Magen schlagen».
Zwischen 7 und 9 Uhr erreicht der Magen seine grösste Aktivität. Nach der Organuhr ist dies der ideale Zeitpunkt für eine nahrhafte Mahlzeit, denn jetzt arbeitet die Verdauung besonders effizient.
Der Partner des Magens ist der Herzkreislauf (Perikard). Während der Magen den Körper nährt, erinnert uns das Perikard daran, dass auch unser Herz Nahrung braucht – in Form von Nähe, Verbundenheit, Zuwendung und Liebe. Seine aktivste Zeit liegt am Abend, wenn Ruhe einkehrt und Begegnungen Raum bekommen.
Ist diese emotionale Nahrung über längere Zeit unzureichend, kann sich das manchmal auch im Essverhalten zeigen. Nicht jeder Hunger entsteht im Magen. Manchmal sucht auch das Herz nach etwas, das ihm fehlt.
Vielleicht kennen Sie die Redewendung, dass einem etwas «auf den Magen schlägt». Sie erinnert daran, wie eng Körper und Gefühle miteinander verbunden sind. Manchmal lohnt es sich deshalb, nicht nur zu fragen, was uns nährt, sondern auch, was uns wirklich gut tut.